Events & Impressions

Kosovos Coming of Age

26.02.2026

S.E. Dr. Faruk Ajeti, Botschafter des Kosovo, während seiner Rede

Am 23. Februar 2026 feierte die Botschaft des Kosovo im Roten Rathaus in Berlin die 18-jährige Unabhängigkeit des kleinen Balkan Staates. „Die bisherige Entwicklung der Republik Kosovo ist nicht nur ein Erfolg unseres Landes, sondern eine gemeinsame Errungenschaft“, sagte der Botschafter S.E. Dr. Faruk Ajeti in seiner Rede.

Deutschland: Vorreiter
„Wir sind Deutschland für seine Vorreiterrolle in der Kosovo-Politik als treibende Kraft zutiefst dankbar“. Vor 18 Jahren gründete das kleine Land auf dem Balkan seinen eigenen Staat. “Kosovo ist volljährig geworden, aber Erwachsensein bedeutet vor allem eines: Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für unsere Demokratie, für unser Land, für die territoriale Integrität und für unseren Platz in Europa … Unsere Richtung ist klar: die euroatlantische Perspektive.“

Künstler und Sportler
Ajeti erinnerte an großartige Künstler und Sportler kosovarischer Herkunft: die in Großbritannien aufgewachsenen Sängerinnen Dua Lipa und Rita Ora sowie das Symbol der modernen kosovarischen Popkultur Era Istrefi, die berühmten Sportlerinnen Majlinda Kelmendi und Distria Krasniqi. Den Sprung in den deutschen Literaturkanon schaffte die deutsch-kosovarische Autorin Jehona Kicaj mit ihrem Debütroman und die preisgekrönte Regisseurin Blerta Zeqiri ist eine Schlüsselfigur im modernen europäischen Kino. Ein Bürgermeister einer deutschen Gemeinde habe kosovarische Wurzeln und im Fußball „schreiben unsere Spieler Geschichte in der Bundesliga“. Nach einem Dank an Musiker, Sponsoren und das Botschaftsteam übergab der Botschafter das Wort an Glauk Konjufca, den neuen Außenminister des Kosovo.

Der neue Außenminister des Kosovo, Glauk Konjufca 

Staatssekretär Frank Schwabe 

v.li.: Militärattaché Kosovo; Resmiye Kurbogaj-Ajeti, Ehefrau des Botschafters; S.E. Dr. Faruk Ajeti, Botschafter des Kosovo; I.E. Adia Sakiqi, Botschafterin Albaniens und ihr Ehemann

Außenminister Konjufca
Konjufca unterstrich die engen Beziehungen zwischen Deutschland und Kosovo und erinnerte daran, dass in den frühen 1990er-Jahren die Exilregierung des Kosovo in Bonn ansässig war. „Deutschland war das einzige Land in Europa, das dieser Regierung erlaubte, auf seinem Territorium zu arbeiten.“ Und Deutschland habe zu den ersten Staaten gehört, die die Republik Kosovo völkerrechtlich anerkannten, es habe den Weg in die euro-atlantische Integration stets unterstützt. 

Investitionen und Wachstum 
Deutschland sei außerdem der wichtigste Handelspartner und der größte Investor im Kosovo. „Seit 1999 haben mehr als 750 deutsche Unternehmen in den Kosovo investiert, sagte Konjufca. „In den letzten zwei Jahren wuchs unsere Wirtschaft jährlich um durchschnittlich über 5 %. Die ausländischen Direktinvestitionen sind im Jahr 2024 im Vergleich zu vor fünf Jahren um rund 50 % gestiegen, und unsere Exporte haben sich verdoppelt.“ Mit einem guten Geschäftsklima, seiner zentralen geografischen Lage und einer jungen Bevölkerung – mehr als die Hälfte sei unter 30 Jahre alt – biete der Kosovo enorme Chancen für deutsche Unternehmen und Investoren.

v.li.: I.E. Aishath Shaan Shakir. Botschafterin von Sri Lanka, und I.E. Alda Vanaga, Botschafterin von Lettland

Die Band Neo Dardanus

Diplomatische Präsenz 
„Unsere größte diplomatische Präsenz weltweit befindet sich hier in Deutschland, mit sechs Konsulaten im ganzen Land.“ Die kosovarische Community mit über einer halben Million Menschen sei die größte außerhalb des Kosovo und die Diaspora bilde eine Brücke zwischen beiden Ländern. Konjufca verurteilte Russlands Krieg gegen die Ukraine. Er erinnerte an das Leid, das sein Land Ende der 90er Jahre erlebt habe, Neutralität sei daher keine Option, Kosovo stehe an der Seite der Ukraine. 

Staatssekretär Frank Schwabe
Damit übergab Konjufca das Wort an Staatssekretär Frank Schwabe, der einen herausragenden Beitrag zu den deutsch-kosovarischen Beziehungen geleistet und sich für den Beitritt Kosovos zum Europarat eingesetzt habe. Frank Schwabe, der gerade aus dem Kosovo zurückgekehrt war, wo er an der Konstituierung des Parlaments teilgenommen hatte, gratulierte zur neuen Regierung, die schon die Weichen gestellt habe, um europäische und internationale Mittel abrufen zu können.

v.li.: S.E. Prof. Dr. Ylber Sela, Botschafter von Nord-Mazedonien, und der Bürgermeister der nordmazedonischen Gemeinde Struga, Memdi Qyra

Die Botschafterin des Oman, I.E. Maitha Saif Al Mahrouqi, und der Botschafter des Süd-Sudan, S.E. Gum Dominic Matiok

Ministerin für Kultur und Tourismus 
Frank Schwabe hob die Ernennung von Saranda Bogujevci zur Ministerin für Kultur und Tourismus hervor, eine Überlebende des Massakers von Podujevë 1999. „Sie erhielt den internationalen Anne-Frank-Preis für Zivilcourage und ist jetzt Ihre Kulturministerin. Sie können stolz darauf sein.“ Trotz der Schrecken der Vergangenheit müsse man „über die serbische Minderheit, über Kriegsverbrecherprozesse, über einen politischen Dialog mit einem autoritären Präsidenten in Belgrad“ sprechen. Unter Freunden sei das möglich.

Mitglied des Europarates
Kosovo müsse nun Mitglied des Europarates werden, die Parlamentarische Versammlung habe mit 82 % dafür gestimmt. Den Staaten, die Kosovo nicht anerkennen, müsse klar sein: „einen Weg zurück gibt es nicht, nur den nach vorn: hin zu Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechten. Dafür steht der Europarat – für alle in der Republik Kosovo: Albaner, Serben und Angehörige aller anderen Ethnien“, sagte Schwabe. „Nach 18 Jahren Unabhängigkeit heißt es nun: reif werden, Stabilität entwickeln, zu den Nachbarn, zu Europa, zur Welt. Die Bundesrepublik Deutschland wird Sie weiterhin auf Ihrem Weg begleiten.“

v.li.: Nehat Brahimi, Immobilien GmbH Magdeburg; Dr. Gunnar Schellenberger, CDU, Präsident des Landtages von Sachsen‑Anhalt 

Der Botschafter von Panama, S.E. Vladimir Adolfo Franco Sousa, und Claudia Ravano, die Ehefrau des Botschafters von Monaco