Tulpen aus Amsterdam ? Aus Kasachstan !
Der kasachische Botschafter S.E. Nurlan Onzhanov sprach in seinem Grußwort über die Bedeutung des Wortes „Schanyrak“. Für Kasachen liege der Zweck solcher Treffen darin, dass sich durch Diskussionen Fakten und Erkenntnisse vermittelten. Tulpen seien das kulturelle und historische Erbe des kasachischen Volkes und spielten seit der Antike eine besondere Rolle, wie zahlreiche archäologische Funde belegten.
Die Gäste der Gespräche unter dem Schanyrak
v.l.: Sholpan Shynasslova, Gesandte der Botschaft; Prof. Dr. Hans-Walter Lack; S.E. Nurlan Onzhanov, Botschafter von Kasachstan; Dr. Heinz Klöser, Ökologe, WWF
Im Mittelalter wurden Ornamente in Form von Tulpen nicht nur in der Architektur und Keramik verwendet, sondern auch in Motiven nationaler Schmuckstücke. Tulpen stünden seit alters für die Wiedergeburt der Natur, weshalb sie in Kasachstan das Symbol des Frühlingsfestes Nauryz seien.
Der weltberühmte Botaniker Professor Dr. Hans-Walter Lack informierte darüber, dass es weltweit 80 Tulpenarten gibt, von denen 39 allein in Kasachstan wachsen, darunter 18 Sorten, die auf der Roten Liste gefährdeter Pflanzen stehen. Tulpen sind ganz besondere Blumen, die sich in Größe, Form und Farben der Blüte sehr unterscheiden und dadurch eine große Vielfalt zeigen.
Unter dem Schanyrak sprach auch der Ökologe und wissenschaftliche Experte des World Wildlife Fund (WWF) Dr. Heinz Klöser. Er berichtete von seiner Reise nach Kasachstan, wo er Wildtiere beobachtete und von der Vielfalt der Landschaften und der Natur beeindruckt war. Er sprach dabei auch über die Lebensräume der Tulpen und bezeichnete sie als „einen einzigartigen Naturreichtum Kasachstans“.
Die Autorin des ersten deutschsprachigen Reiseführers für Kasachstan „Kasachstan entdecken“, Dagmar Schreiber, erklärte die Etymologie des kasachischen Wortes „kyzgaldak“, was übersetzt rote Blume bedeutet. Und sie wusste zu berichten, wie die Tulpe von Kasachstan aus ihren Weg in die Welt nahm. Sie zeigte eindrucksvolle Bilder der Tulpenblüte in Kasachstan und bezeichnete Tulpen als „Schatz des Landes, den die Menschen schützen und schätzen sollten“.
Die Veranstaltung bot nicht nur Wissenswertes über die Vielfalt der Tulpen, sondern auch über geschichtliche Zusammenhänge Kasachstans. Eine Fortsetzung des „Stammtisch unterm Schanyrak“ Treffens ist vorgesehen, wie immer mit interessanten und überraschenden Themen.
Dagmar Schreiber, Autorin, Reiseexpertin und Dr. Heinz Klöser, Ökologe, WWF
v.l.: S.E. Nurlan Onzhanov mit seiner Gattin; Dr. Irene Ernst, CEO Diplomatisches Magazin; Sholpan Shynasslova; Christian Grosse, Journalist
Abschließend konnten die Gäste im Garten der Botschaft eine authentische kasachische Jurte besichtigen, sich mit ihrer Einrichtung vertraut machen und die nationale kasachische Küche genießen.