Hommage an Lennart Meri -
Nationalfeiertag Estland
I.E. Marika Linntam, Botschafterin von Estland, während ihrer Rede
v.li.: Thomas v. Lüpke, Chairman Deutsch-Baltische Zukunftsstiftung; Botschafterin Linntam und ihr Ehemann
v.l.: Saša Šavel Burkart, Leiterin des Slowenischen Kulturzentrums Berlin; I.E. Dr. Ana Polak Petrič, Botschafterin Sloweniens; S.E. Prof. Dr. Ylber Sela, Botschafter Nord-Mazedoniens
Mit der Erinnerung an Meri begann Botschafterin I.E. Marika Linntam ihre Rede. Der spätere Schriftsteller, Filmemacher und Politiker Meri, der eine wichtige Rolle in der Phase der Wiedererlangung der estnischen Unabhängigkeit spielte, wurde 1992 Estlands Staatspräsident.
Die Stärken der Esten
Botschafterin Linntam zitierte aus Lennart Meris Nationalfeiertagsrede Mitte der 90er Jahre, in der er die „Stärken der Esten“ hervorgehoben hatte: gesunder Menschenverstand, Lernfähigkeit und der Wille zu handeln. Und Widerstandskraft, eine Folge sowjetischer Besatzungserfahrung. Diese Haltung habe Estland auf die Werte Gerechtigkeit, Recht und Freiheit gegründet. Nicht „das Recht der Macht“ zähle, sondern „die Macht des Rechts.“
Mitglieder der Deutsch-Baltischen Zukunftsstiftung
v.li.: Benjamin Stark, Antonia Stüwe, Thomas v. Lüpke, Heilika Leinus
v.li.: S.E. Prof. Dr. Ylber Sela, Botschafter von Nord-Mazedonien und
S.E. Grigor Porozhanov, Botschafter von Bulgarien
Der Nationalfeiertag der Esten am 24. Februar sei zugleich seit vier Jahren der Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine. Estland und Deutschland stünden fest an der Seite der Ukraine, mit dem Ziel eines gerechten und dauerhaften Friedens „durch Stärke“, inklusive weiterer Hilfen und verschärfter Sanktionen gegen Russland.
Deutsch-estnische Zusammenarbeit
Hervorgehoben wurden die enge deutsch-estnische Zusammenarbeit in EU und NATO, die Bedeutung Deutschlands für Abschreckung und Verteidigung, u.a. durch die Präsenz in der Region, sowie gemeinsame Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Innovation und Verteidigungsindustrie. Botschafterin Linntam dankte abschließend allen Unterstützern, den Honorarkonsuln und dem Botschaftsteam und übergab das Wort an Staatsminister Krichbaum.
Gunther Krichbaum, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt
Während der Rede von Gunther Krichbaum
v.li.: Die Botschafterinnen von Estland, Japan, Luxemburg, die stv. Büroleiterin des Staatsministers Anne Kathrin Kirsch, die Botschafterin der Schweiz
Staatsminister Gunther Krichbaum
Krichbaum betonte die über Jahrzehnte gewachsene, vertrauensvolle deutsch‑estnische Partnerschaft, die auf gemeinsamen europäischen Werten beruhe. Er lobte Estlands Vorsprung bei der Digitalisierung und sah darin ein Vorbild für Deutschland
Unterstützung für die Ukraine
Zugleich beschrieb er die ernste sicherheitspolitische Lage. Unterstützung der Ukraine bedeute Schutz für Europa. Er forderte weiteren wirtschaftlichen Druck auf Russland und schnelle Hilfe für die Ukraine. Deutschland bekräftigte seinen Schutz der Region, u.a. durch eine Brigade in Litauen zur Stärkung der NATO‑Ostflanke, und mahnte höhere Verteidigungsausgaben an. Abschließend würdigte er Estlands „Singende Revolution“, lobte Estlands Natur, und schloss mit einem Bekenntnis zur deutsch‑estnischen Freundschaft sowie zu Estland, Europa und der Ukraine.
Die Botschafterin Estlands mit Staatsminister Gunther Krichbaum
v.li.: Estlands Botschafterin I.E. Marika Linntam; Anne Kathrin Kirsch; Staatsminister Gunther Krichbaum; I.E. Adia Sakiqi, Botschafterin Albaniens
I.E. Adriana-Loreta Stănescu, Botschafterin Rumäniens, im Gespräch mit
Staatsminister Krichbaum
v.li.: I.E. Adriana-Loreta Stănescu, Botschafterin Rumäniens (im Hintergrund); Anne Kathrin Kirsch, stv. Büroleiterin bei Staatsminister Krichbaum; S.E. Giedrius Puodziunas, Botschafter von Litauen; I.E. Maeve Monica Collins, Botschafterin von Irland