Helmut Newton und der 9. November 1989
Helmut Newton mit dem Berliner Spitzenkoch Hans-Peter Wodarz
Begleitet wurde die Eröffnung der Ausstellung von einem Gala-Dinner, zu dem der Berliner Spitzenkoch Hans-Peter Wodarz mit einer fast 20-köpfigen Mannschaft eingeladen wurde. Lapidarer Kommentar eines hohen KPDSU-Mitgliedes: „Ich wußte gar nicht, wie gut Perestroika schmecken kann“. Als Newton Ende Oktober abreiste, sagte er, daß die Mauer ziemlich sicher in den kommenden zwei Jahren fallen werde. Tatsächlich brauchte es nur knapp zwei Wochen, bis Schabowski die historischen Worte in der Berliner Pressekonferenz sagte und damit den Fall der Mauer einleitete.
Vom mitreisenden Fotografen stammen sämtliche Aufnahmen, und er erzählte folgende Anekdote am Rande: Ein russischer Koch sagte zu Newton: „Sie machen tolle Bilder. Sie müssen offenbar eine großartige Kamera haben.“ Worauf Newton erwiderte: „Sie machen tolle Gerichte, Sie müssen offenbar großartige Töpfe haben.“ Soweit zur Kunst und zum Kochen. Hans-Peter Wodarz nahm diese Ausstellung zum Anlass, die Gala-Premiere seiner diesjährigen Show „Palazzo“ auf den 9. November zu legen. Wohl jeder, zumindest jeder Berliner, weiß noch ganz genau, was er in dieser historischen Nacht 1989 gemacht hat und wie verblüfft man die Situation zur Kenntnis nahm. Es war ja auch kaum zu glauben, was nach 28 Jahren geteilten Deutschlands buchstäblich über Nacht geschah.