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Kreditkarten für unterwegs

03.03.2026
Auf Reisen geht es kaum ohne Kreditkarte. Als Zahlungsmittel werden Mastercard, Visa, Diner’s Club und Co. rund um den Globus akzeptiert. Diesen Vorteil bietet eine Debitkarte nicht. Da sind die vielen Angebote verlockend, die auf Vergleichsportalen im Internet angepriesen werden. Volle Leistung, keine Kosten, so das Versprechen. Doch das ist oft eine teure Mogelpackung. Wo Sie aufpassen sollten.

Das größte Risiko ist die Teilzahlungsfunktion. Während klassische Charge Cards den Monatsumsatz vollständig abbuchen, arbeiten viele Karten, die im Internet als „kostenlos“ beworben werden, mit „flexibler Rückzahlung“. Das Modell nennt sich „Revolving Credit Card“, wiederkehrend („revolving“) sind hier die Schulden. Denn am Monatsende werden nur ein kleiner Teil der getätigten Umsätze und die aufgelaufenen Zinsen getilgt. Der Rest läuft als Kredit weiter – mit 20 bis 25% Sollzinsen pro Jahr. Wer den Gesamtbetrag nicht aktiv durch Überweisung ausgleicht, läuft direkt in die Zins- und Schuldenfalle.

Knappes Kartenlimit
Ein weiteres Problem günstiger Kreditkarten ist das oft knapp bemessene Kartenlimit. 3.000 € mögen im Alltag genügen. Auf Reisen jedoch blockieren Hotels und Mietwagenfirmen erhebliche Beträge, dann reicht der Rest schnell nicht mehr für weitere Zahlungen. Manche Kartenanbieter senken zudem mitunter aus heiterem Himmel das Limit. Dumm, wenn das ausgerechnet in Übersee passiert, wo kein alternatives Zahlungsmittel zur Hand ist.

Versteckte Gebühren
Aufgepasst bei angeblich „gebührenfreien“ Karten. Das gilt häufig nur fürs erste Jahr, ab dem zweiten werden über 100 € Jahresgebühr fällig. Auch die laufenden Gebühren sind häufig beträchtlich: Zahlungen in Fremdwährung kosten oft mehr als 2%, Bargeldabhebungen bis 4%. Immerhin lassen sich ungünstige Umrechnungskurse vermeiden. Wählen Sie beim Karteneinsatz die Abrechnung in der Fremdwährung statt in Euro. Dann gilt der günstigere Umrechnungskurs der Kreditkartenfirma statt der teure der beteiligten Bank.

Kaum Versicherungsschutz
Den Aufpreis für Gold- oder Platinkarten können Sie sich sparen. Die „wertvollen Zusatzversicherungen“ für Reise- und Mietwagen bieten kaum Schutz. Dafür sorgen umfangreiche Leistungsausschlüsse, hohe Selbstbeteiligungen und niedrige Schadenshöchstgrenzen. Versichert ist zudem meist nur, was vollständig mit der betreffenden Kreditkarte bezahlt wurde, und bei Einzelkarten nur für die Person, der die Karte gehört. Wehe, sie bucht für Ihren Ehepartner mit. Dann werden auch bei Krankheit die Stornokosten für die abgesagte Reise nicht übernommen. Der Schutz entfällt ohnehin für Hotelaufenthalte, Flüge oder Mietwagen, die Sie nicht mit der Karte beglichen haben. Und er ist „subsidiär“, besteht also nur, wenn keine schon vorhandene Police den Schaden deckt (etwa die Hausratversicherung, in der meist das Reisegepäck automatisch mitversichert ist).

Gehen Sie auf Nummer sicher!
Setzen Sie nicht auf Internet-Billigheimer, sondern auf solide Anbieter mit klaren Bedingungen, transparenten Kosten und verlässlichem Service. Kreditkarten sind praktische Zahlungsmittel. Aber vermeintliche Schnäppchen bescheren Ihnen nur Verdruss. Auf Reisen gilt in Geldangelegenheiten das englische Sprichwort: „Better be safe than sorry!“

PS: Mastercard und Visa sind als Aktien-Investment durchaus interessant. Denn sie verdienen an jeder Zahlung, die sie abwickeln, und mischen auch im Markt für digitales Bezahlen kräftig mit. Aber mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 35 (Mastercard) bzw. 34 (Visa) sind diese Aktien derzeit keine Schnäppchen. Text: Judith Engst und Rolf Morrien