Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen » Über den Wachstumsmarkt Taiwan

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Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen
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ie Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Taiwan sind eng und vertrauensvoll. Wir blicken auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zurück und haben inzwischen ein hohes Niveau des Handels erreicht, aber noch nicht alle Potenziale ausgeschöpft.

Blicken wir zurück: Vor mehr als drei Jahrzehnten hat die deutsche Wirtschaft sich mit der Gründung des Deutschen Wirtschaftsbüros Taipeh sichtbar in Taiwan engagiert. Es war eine der ersten Niederlassungen im Netz der Auslandshandelskammern in Asien. Ich selbst hatte die Ehre und Freude, im September 2011 beim Galaempfang zum 30. Jahrestag der Gründung des Wirtschaftsbüros in Taiwan dabei zu sein.

Für mich war es der vierte Besuch in Taiwan. Jedes Mal bin ich aufs Neue fasziniert von der Willenskraft und der positiven Leistungsstärke der Taiwaner.

Das Wirtschaftsbüro ist eine institutionelle Säule unserer Wirtschaftsbeziehungen. Es arbeitet intensiv für die Zusammenarbeit zwischen deutschen und taiwanischen Unternehmen. Der deutsch-taiwanische Wirtschaftskooperationsrat als Plattform, auf der Unternehmen aus Deutschland und Taiwan direkt über Möglichkeiten der Zusammenarbeit beraten können, ist eine zweite Säule.

Für die deutsche Wirtschaft ist Taiwan heute fünftgrößter Handelspartner im asiatisch pazifischen Raum und einer der attraktivsten Märkte in Asien. 2011 erreichte das bilaterale Handelsvolumen mit 13 Milliarden Euro einen Rekordwert, bei ausgeglichener Handelsbilanz. Die wirtschaftliche Entwicklung Taiwans in der asiatisch-pazifischen Region ist beeindruckend. Taiwanische Firmen gehören heute weltweit zu den führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie, aber auch im Bereich neuer Technologien wie LED und Photovoltaik.

250 deutsche Unternehmen haben sich in Taiwan niedergelassen, Deutschland gehört damit zu den größten europäischen Investoren im Land. Deutsche Unternehmen profitieren von einem interessanten Binnenmarkt und günstigen Rahmenbedingungen. Im Investitionsbereich sind die Beziehungen keine Einbahnstraße. 210 Unternehmen aus Taiwan haben Niederlassungen in Deutschland aufgebaut, insbesondere in den Branchen IKT, Logistik, Reederei und Luftfahrt.

Die Aussichten für die Zukunft sind gut. Denn Taiwan setzt konsequent auf Innovation auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie auf neue Technologien wie Umwelttechnologie, Biotechnologie und Nanotechnologie. Das sind Felder, bei denen ich viele Berührungspunkte zur deutschen Wirtschaft sehe. Ich möchte aktuell zwei Punkte hervorheben, die für einen weiteren Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen sprechen:

  • Mit dem Abschluss des Economic Cooperation Framework Agreement mit der Volksrepublik China im Jahr 2010 hat sich Taiwan auch für
    deutsche Unternehmen als interessanter Gateway to China positioniert. Dieser bevorzugte Zugang zum chinesischen Markt von der Basis Taiwan aus,
    kann für deutsche und europäische Unternehmen eine interessante Alternative zu einer Direktinvestition in China sein.
  • Nach fast 10-jährigen Verhandlungen wurde im Dezember 2011 endlich das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen dem Deutschen Institut
    in Taipeh und der Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet. Das Abkommen erleichtert den freien Waren- und
    Dienstleistungsverkehr sowie den Einsatz von Kapital und Arbeit. Mit dieser Liberalisierung wird der bilaterale Handel zwischen
    unseren beiden Ländern noch einmal spürbar vereinfacht werden.

Ich hoffe, dass viele weitere Menschen Taiwan für sich entdecken – als sehr freundliches und offenes Land und als einen exzellenten Wirtschaftspartner.

fotos Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie | text Hans-Joachim Otto

Bilder: 1, 2, 3 = unbekannt