Grün durch den Großstadtdschungel » Der Mercedes SL 500 im Test

Grün durch den Großstadt-Dschungel

Als Initiator der neuen grünen lokalen Suchmaschine suchdichgruen.de ist Benjamin Broshi viel unterwegs. Sein „Begleiter durch den Tag“ muss vor allem ein „grünes Gewissen“ haben und trotzdem hohen Komfort bieten. Für das Diplomatische Magazin testete er das aktuelle Modell des „grünen“ Mercedes SL 500.

Im Test
Mercedes Benz SL 500 BlueEFFICIENCY
Motor
Benzin
Getriebe
automatisch
Leistung
320 (435) kW (PS)
bei 5.250 U/Min
Hubraum
4.663 cm³
Höchstgeschwindigkeit
250 km/h
Beschleunigung
0–100 km/h in 4,6 s
Tankvolumen
65 l
Verbrauch (l/100)
innerorts 12,9–12,7
außerorts 7,1–7,0
kombiniert 9,2–9,1
CO²-Emissionen
214–212 g/km
Antrieb
Hinterradantrieb
Kofferraumvolumen
364–504 l
Leergewicht
1.785 kg
Zulässiges Gesamtgewicht
2.165 kg

Sales-Kontakt
Das Berlin Tattoo 2012
Mercedes-Benz
diplomatic sales
Almuth Sachs
Tel.: 030/2694-2107
E-Mail: diplomatic.
sales@daimler.com

Der Autor
Benjamin Broshi
ist verantwortlich für neue Geschäftsfelder bei DeTeMedien und hat die grüne lokale Suchmaschine suchdichgruen.de ins Leben gerufen. suchdichgruen. de ist ein Informationsportal zu grünem, nachhaltigem Lebensstil und bietet eine deutschsprachige Biosiegeldatenbank mit Hintergrundinformationen zu knapp 1.000 Siegeln.
„D

ieser Flitzer ist umweltfreundlich?“, frage ich mich ungläubig. Toll sieht er ja aus, wie er in der Sonne funkelt – aber Sportwagen haben ja selten die beste Umweltbilanz. Damit, dass Nachhaltigkeit gern als Marketingtool genutzt wird, kenne ich mich aus: Ich hatte die Idee zu suchdichgruen.de, die erste Suchmaschine für „grüne“ Unternehmen und Ladengeschäfte sowie das meines Wissens größte Lexikon für Biosiegel Deutschlands. Wir haben mehre hundert Biosiegel analysiert und eruiert, wer sie verleiht und wie glaubwürdig sie wirklich sind. Wir bringen mit Hilfe unserer Nutzer, die alles kommentieren und ergänzen können, sozusagen Licht in den „grünen Dschungel“.

Nach ein bisschen Recherche zu meinem Silberflitzer stelle ich fest: Er kann sich wirklich damit rühmen, umweltfreundlich zu sein: So wurde im Vergleich zu seinem Vorgängermodell der Energiebedarf um 23 Prozent und die Stickoxidemissionen um 16 Prozent gesenkt. Dafür bekam er vom TÜV sogar das Umweltzertifikat nach der ISO-Richtlinie TR 14062 verliehen. Außerdem wird ein höherer Anteil hochwertiger Recyclate und nachwachsender Rohstoffe in der Herstellung eingesetzt.

Ideal also für einen Trip ins Grüne mit dem Grünen. Guten Gewissens setze ich mich in den silbernen Flitzer. Sportlich sieht er nämlich aus, keine Frage; und das sowohl oben ohne als auch als Coupe. Respekt!

Los geht’s also. Nur wohin? Ich aktiviere als erstes meinen im Fahrzeug integrierten Internetzugang und die 3-D-Navigation. suchdichgruen.de hat ein besonderes Feature: Ich gebe einfach ein, was ich suche, und auf einer Karte wird mir der nächste grüne Ort angezeigt. Vor meinem Trip brauche ich ein wenig Wegzehrung und finde „Wahrhaft Nahrhaft“ – ein kleines Bistro, das hausgemachte, vegane und nachhaltig produzierte Köstlichkeiten anbietet. Erster Stopp: Friedrichshain, Boxhagener Straße. Langsam gleitet der Mercedes aus der Parklücke, er brummt nahezu lautlos und glücklich, als wolle er sagen: „Endlich geht’s los!“ Ein Fußgänger, der in der Rückfahrkamera auftaucht, macht bewundernd seinen Daumen hoch – wüsste er von der Energiebilanz meines Flitzers, würde ich wahrscheinlich zwei erhobene Daumen bekommen.

Der SL 500 beeindruckt nicht nur durch eine exzellente Verarbeitung, feinstes Leder, edle Armaturen, Nackenheizung und durchlüftete Sitzpolster, sondern auch durch unzählige Assistenzsysteme, die genau dann aktiv werden, wenn man sie braucht. Und er liegt zudem extrem satt auf der Straße.

Der Osten Berlins, das Kopfsteinpflaster hier im gerade noch hippen Teil der Hauptstadt, stört ihn auch nicht, die Federung lässt das tonnenschwere Auto geradezu darüber schweben, nur Querrillen mag er nicht so gerne. Erstaunlich wendig ist er, kein Problem mit engen Straßen. Ab und an erlebt man dann auch, was das Sprichwort „Mercedes habe eine eingebaute Vorfahrt“ bedeutet. Das Auto flößt Respekt ein und macht neugierig. Auf jeden Fall fliegen einem die Sympathien zu, wenn man sanft durch die Straßen Berlins gleitet.

Mit der Picknicktasche auf dem Rücksitz geht es schließlich raus ins Grüne. suchdichgruen. de verrät mir, dass es am Kleeblatt Seddin-, Zeuthener- und Langer See viele unberührte Naturbadestätten gibt und ein tolles Restaurant mit regionaler Hausmannskost. Also – ohne Badehose und Schwesterlein – auf nach Schmöckwitz …

Auf Knopfdruck öffne ich das Dach. Unheimlich schnell verschwindet es im Kofferraum und ich genieße die Sommersonne auf meinem Gesicht. Die komfortable Kopfraumheizung werde ich heute nicht brauchen. Noch schnell alle Fenster auf und mit einem Knopfdruck das elektrische Windschot runter – und schon weht auch ein bisschen Fahrtwind in meinen Haaren. Urlaubsfeeling pur!

Die Bäume fliegen nur so vorbei, Puschkin Allee, Adlergestell, der SL cruist lässig durch die Sonne. An den wenigen Ampeln beschleunigt er im Eco Modus so sanft und unmerklich, dass man erst durch den energisch aufblinkenden Hinweis auf die hier erlaubte Höchstgeschwindigkeit im Tacho merkt, dass man sie schon erreicht hat. Ein Sportwagen verführt natürlich auch mal, das Pedal durchzutreten. Dann röhrt der Motor kraftvoll auf, der Gurt strafft sich und man wird in den Sitz gepresst – „spontane Gasannahme“ nennen das wohl die Profis der Fachpresse. Mein Beifahrer nannte das nur „woooow“.

Landstraße, Alleen, Sonne und knapp 30 Grad. Da darf die Musik nicht fehlen. Kristallklare Klänge und ein kräftiger Bass sind wie das Auto: kompromisslos schön.

Der Seddinsee ist sehr reizvoll, noch viel unberührter als sein großer Bruder, der Wannsee. Man kann direkt zum Restaurant Strandlust am Wasser fahren und zwar von zwei Seiten. Ich entscheide mich spontan für den Parkplatz. Komme ich hier je wieder zurück, frage ich mich für einen Moment, als ich die engen Uferstraßen herunterfahre. Doch kein Problem. Mein funkelnder Freund hat einen so kleinen Wendekreis und ist so agil, dass auch der Rückweg kein Problem ist. Doch zuvor genieße ich fangfrischen Fisch aus einem der Berliner Seen, etwas Spargel aus Beelitz und die hausgemachten Biokartoffeln.

Viel zu schnell vergeht der Tag. Doch ich komme wieder, auch suchdichgruen.de hat beim nächsten Mal einen anderen Tipp.

Auf dem Weg zurück nach Berlin kann ich nicht widerstehen: Ich mache einen kleinen Abstecher auf die Autobahn. Der SL macht auch bei hohen Geschwindigkeiten viel Spaß und eine tolle Figur. Sicherheit steht trotzdem immer an erster Stelle. Mit dem Abstandsregeltempomat Distronic Plus macht mein Tempo auch den anderen Verkehrsteilnehmern Spaß. Das Bremssystem Adaptive Brake hilft den Fahrdynamik-Regelsystemen ASR, ESP, ABS und BAS dabei die Fahrmanöver zu erleichtern.

Aus dem Cabrio habe ich vorher wieder ein Coupe gemacht und einen kurzen Augenblick überlege ich aus 10 Kilometern Autobahn vielleicht doch ein paar hundert zu machen und nach Hamburg oder München weiter zu fahren, so bequem, angenehm trotzdem sportlich und doch nie überfordernd ist der SL.

Natürlich braucht man zum Leben nicht unbedingt einen Sportwagen, wie so vieles was man nicht wirklich braucht. Wer aber einen fahren möchte, kann mit dem SL nichts falsch machen. Nachhaltigkeit, Fair Trade oder Bio sind für viele nicht so selbstverständlich, wie es sein könnte. 100 Prozent ökologische Korrektheit ist im Alltag auch oftmals gar nicht möglich. Aber heutzutage kann man seinen Lebensstil durchaus ein wenig anpassen. Produkte wie dieser Mercedes mit seiner reduzierten Energiebilanz oder auch suchdichgruen.de machen es jedem einfacher, ein wenig auf seine Umwelt zu achten.

„It’s not easy being green“, wusste schon Kermit der Frosch – aber so schwer ist es dann auch wieder nicht …

fotos Mohamed El-Sauaf | text Benjamin Broshi