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im Focus
Botsuana
Offizieller Name
Republik Botsuana
Hauptstadt
Gaborone
Fläche
582.000 km²
Bevölkerung
2,26 Millionen
Bevölkerungsdichte
3 Einwohner/km²
Amtssprache
Setswana und Englisch
Staatsform
Republik mit Präsidialverfassung
Staatsoberhaupt u. Regierungschef
Präsident Generalleutnant Seretse Khama Ian Khama
Nationalhymne
Fatshe leno la rona

„Die Natur ist das Lebenselixier unseres Tourismus.“

DIESES JAHR ist Botsuana offizielles Partnerland der weltweit führenden Reisemesse ITB Berlin. Grund dafür ist der hohe Stellenwert des Naturschutzes – fast vierzig Prozent der Landesfläche des afrikanischen Staates sind als Nationalparks, Wildreservate und Schutzgebiete ausgewiesen. Seit seiner Unabhängigkeit 1966 hat Botsuana zudem stets freie und faire Wahlen abgehalten und ist wirtschaftlich relativ stabil. Im Interview mit dem Diplomatischen Magazin spricht die Botschafterin I.E. Tswelopele Cornelia Moremi über die Wichtigkeit des Naturschutzes, die Diversifizierung der Wirtschaft sowie über die besondere Kultur des Landes.
F

rau Botschafterin, Botsuana ist 2017 offizielles Partnerland der weltweit führenden Reisemesse ITB Berlin. Was erwarten Sie von der Messe und auf was können sich die Besucher freuen?

Botsuana nutzte die Gelegenheit, die durch die Partnerschaft mit der ITB gegeben ist, um die Tourismusmarke Botsuana hervorzuheben und das Bewusstsein für das Land zu erhöhen. Die Möglichkeit, auf einer globalen Veranstaltung wie dieser um Touristen und Chancen zu konkurrieren, ist von unschätzbarem Wert. Am wichtigsten ist, dass dies eine Chance für die Welt ist, zu erfahren, wer Botsuana ist und die verschiedenen Angebote wie den Tourismus und unsere Diamanten kennenzulernen.

Unsere Ausstellung unter dem Motto #ILOVE BOTSWANA verstärkt die Botschaft, die wir über das Land verbreiten wollen, eine Top-Adresse und eine schöne Destination zu sein, was möglich gemacht wird etwa durch die Regierung, die Menschen in Botswana, die Reiseveranstalter sowie die Besucher. Diese Veranstaltung bietet auch die Möglichkeit für Reisegroßhändler und Einzelhändler aus der ganzen Welt, die zuständigen Ansprechpartner von Botsuana zu treffen und die dringend benötigten Netzwerke und Business-Verknüpfungen zu schaffen, genauso wie botsuanische Behörden kennenzulernen, um nötige Themen zu diskutieren. Unser Land hat sich immer gut vermarktet und wird verehrt für seine Fähigkeit, seine Kultur zu bewahren, wie etwa seine Tänze und Gesangsdarbietungen, die bei der Messe gezeigt werden und die einen Einblick in unsere Kultur und unser Erbe bieten werden.

Wir freuen uns mitzuteilen, dass es im Jahr 2016 viele Beispiele gab für den Erfolg und unser Engagement einschließlich unserer Zusammenarbeit in den Jahren 2015/16 mit dem National Geographic Traveller, was in den World Legacy-Awards (2016) auf der ITB gipfelte sowie dem Erreichen eines weltweiten Bewusstseins für die Erhaltung der Natur und das Öko-Tourismus-Modell, das mit Botsuana verbunden wird. Dazu gehören die prestigeträchtige Erwähnung als Lonely-Planet-Reiseziel des Jahres 2016 und die Aufnahme von drei Gebieten in Botsuana (Okavangodelta, Chobe-Nationalpark und Makgadikgadi- Wildreservat) in die „Weltweiten Top-100- Grüne Ziele“ durch die Weltorganisation für Tourismus UNTWO. Diese Parks wurden zudem nominiert für die „Tourism for Tomorrow Awards 2017“ des World Travel and Tourism Council (WTTC).

Dementsprechend wird sich die Tourismusbehörde von Botsuana darauf konzentrieren, mehr Bewusstsein für ganzheitliche touristische Angebote zu schaffen und wir freuen uns nicht nur, alle zu begrüßen, die uns auf diesem Weg begleiten wollen, sondern auch darüber, die Dienste anzubieten, die den Bedürfnissen unserer Besucher gerecht werden.

Touristische Highlights in Botsuana sind etwa die Kalahari-Wüste oder das Okavangodelta mit seinem Artenreichtum. Welche Sehenswürdigkeiten können Sie persönlich empfehlen?

Botsuana hat eine Vielzahl von Möglichkeiten für Touristen, welche natürlich auch die Kalahari-Wüste und das Okavangodelta beinhalten, zwei gegensätzliche naturbelassene Sehenswürdigkeiten. Dieser Kontrast ist charakteristisch für Botsuana. Das Land ist sehr vielfältig und bietet eine breite Palette von Destinationen wie Chobe, Makgadikgadi, Tuli und Tsodilo, um nur einige der Ziele zu nennen. Jeder Ort bietet etwas anderes mit schönen Zusatzangeboten. Während wir die Diversifizierung des Tourismus fortsetzen, haben wir uns bewusst bemüht, auch Angebote abseits des Ökotourismus wie Kultur und Sport im Programm zu haben. Diese Aktivitäten, die nachhaltig bereitgestellt werden, bieten eine Chance für Reisende, das Land, seine Menschen und unser Erbe besser kennenzulernen. Ich empfehle, dass Sie ein Reiseziel in Botsuana wählen, das Ihrem persönlichen Interesse entspricht – Wildtiere, Sport, Kultur egal, welches Ziel Sie wählen, Sie werden nicht enttäuscht sein.

Fast vierzig Prozent der Landesfläche von Botsuana sind als Nationalparks, Wildreservate und Schutzgebiete ausgewiesen. Warum hat der Naturschutz einen so hohen Stellenwert in Ihrem Land?

Der Tourismus in Botsuana basiert hauptsächlich auf natürlichen Ressourcen. Weil wir diese Ressourcen für aktuelle und künftige Generationen nutzen wollen, müssen wir eine so lide Bewahrungs- und Nachhaltigkeitspolitik schaffen. Diese Ressourcen sind das Lebenselixier des Tourismus in unserem Land. Wegen der Bedeutung des Tourismus für die botsuanische Wirtschaft müssen wir ihn nachhaltig verwalten, um sicherzustellen, dass die Ressourcen, auf denen er basiert, weiterhin einen Beitrag zur Volkswirtschaft leisten. Ein naturbelassenes Tourismus-Angebot ist es, was Besucher nach Botsuana zieht und was das Land im Wettbewerb abhebt. Als solches wollen wir eine unvergessliche Erfahrung bieten, und damit dies möglich ist, muss der Schwerpunkt darauf gelegt werden, dass wir die Ressourcen nachhaltig nutzen und verschiedene Initiativen zur Erhaltung unserer Wildtiere durchführen. Wir haben mehrere Stiftungen gegründet, um unsere Wildnis zu erhalten und haben es geschafft, hochkarätige Gönner für die Stiftungen zu sichern. Wir haben eine Elefantenkampagne, Nashorn-Naturschutz und investieren auch in Anti-Wilderei-Projekte.

„Unternehmen, die in Botsuana investieren wollen, dürfen mit einem stabilen Arbeitsmarkt und gut ausgebildeten Fachkräften rechnen.“

Seit 2011 gibt es mit der Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA) das zweitgrößte Landschutzgebiet der Erde. Botsuana ist einer der fünf Staaten, auf denen sich das Gebiet des KAZA erstreckt. Welche Bedeutung hat KAZA für den Naturschutz und was können Touristen dort erleben?

Die Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA) ist Afrikas größtes Naturschutzgebiet und die weltgrößte grenzübergreifende Naturschutzinitiative auf 444.000 Quadratkilometern. Botsuana und seine Nachbarländer Angola, Namibia, Sambia und Simbabwe, die im Jahr 2011 eine Partnerschaft eingegangen sind, unterzeichneten im gleichen Jahr einen Vertrag, um die Biodiversität in großem Umfang zu bewahren und diese Biodiversität mit Ökotourismus als Motor für das ländliche Wirtschaftswachstum und die Entwicklung zu vermarkten. Bei der Erfüllung seiner Vision, ein grenzüberschreitendes Naturschutzgebiet und Tourismusziel von Weltklasse in den Okavango- und Sambesi- Flussgebiets-Regionen der fünf Länder zu etablieren, ist KAZA vorrangig dafür da, um die gemeinsamen Natur- und Kulturerbe-Ressourcen zu managen, um für unsere Gemeinschaften gerechte sozioökonomische Leistungen zu erzielen.

Die KAZA-Region beherbergt mehr als 36 offiziell proklamierte Schutzgebiete wie Nationalparks, Wildschutzgebiete, Wälder sowie Naturschutzgebiete und Gemeinden. Dazu gehören das unberührte Okavangodelta als das größte Kulturerbe der Welt und ein Gebiet der Ramsar Konvention; der Chobe- Nationalpark, der große Populationen von Elefanten beherbergt mit dem ganzjährigen Chobe-Fluss, der an Namibia angrenzt; das Makgadikgadi-Feuchtgebiet-System; die Victoria- Fälle auf der Simbabwe-Seite, die ein Weltkulturerbe und eines der sieben Weltwunder sind; Mosi-o-a-Tunya auf der sambischen Seite; zudem beherbergt die KAZA-Region die größte Population von Elefanten.

Neben dem Tourismus ist die Wirtschaft vor allem durch den Diamanten-Abbau geprägt, der etwa 20 Prozent zum BIP beiträgt. Was unternimmt Ihre Regierung, um weitere Wirtschaftszweige aufzubauen und zu stärken?

Wir erkannten sehr früh, dass unser Land nicht ganz von Diamanten abhängig sein kann. Daher hat Botsuana seit den frühen 1990er-Jahren eine Politik der wirtschaftlichen Diversifizierung übernommen. Als Teil dieser Politik investierte die Regierung in einen nachhaltigen Ökotourismus, vermarkte Botsuana aktiv als Reiseziel und suchte sich eine Tourismus- und Marketingagentur in Berlin. Eines der Ergebnisse ist, dass deutsche Touristen die zweitgrößte Besuchergruppe in Botsuana ausmachen. Um Botsuanas Profil als Tourismusziel zu schärfen, ist Botsuana offizieller Partner der ITB 2017 und freut sich sehr über diese große Chance, das Land bekannter zu machen und dafür zu sorgen, dass die Welt sieht, dass wir viel mehr zu bieten haben als Diamanten!

Unternehmen, die in Botsuana investieren wollen, dürfen mit einem stabilen Arbeitsmarkt und gut ausgebildeten Fachkräften mit einer Alphabetisierung von 82 Prozent rechnen. Deutsche Unternehmen, die nach Botsuana kommen, können als 100-prozentiges deutsches Unternehmen investieren. Wir bieten auch eine Kalkulierbarkeit der Gewinne. Man kann 100 Prozent der Gewinne und Dividenden oder was auch immer investiert wird herausziehen. Darüber hinaus haben wir eines der niedrigsten Steuersysteme: Die Körperschaftsteuer liegt zwischen 15 und 22 Prozent, die verarbeitenden Unternehmen werden am wenigsten (15 Prozent) besteuert, zudem gibt es fünf bis zehn Steuerfeiertage pro Jahr, 200 Prozent Rabatt auf Ausbildungskosten undeine maximale Einkommensteuer von 25 Prozent, um nur einige zu nennen. Die Regierung von Botsuana hat das Botsuana-Handels- und Investitionszentrum (BITC) aufgebaut sowie eine integrierte Investitions- und Handelsförderungsbehörde (ITPA) mit einem umfassenden Mandat für Investitionsförderung und Werbung, Exportförderung und Entwicklung geschaffen, das Investoren bei der Gründung ihrer Geschäfte in Botsuana erleichtern soll. Allerdings, wenn man neu in den Markt eintritt, kann es sich lohnen, eine Partnerschaft vor Ort einzugehen, die dabei helfen kann, zu verstehen, wie man Geschäfte hier tätigt. Wir wollen Unternehmen, die in Botsuana investieren, um hier technische Fertigkeiten entwickeln zu können.

Botsuana erlangte 1966 seine Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich und ist seitdem politisch relativ stabil. Alle Wahlen seit der Unabhängigkeit gelten als frei und fair, auf dem Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International schneidet Ihr Land regelmäßig gut ab. Zudem hatte Botsuana im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten ein sehr hohes Wirtschaftswachstum und hat sich von einem der ärmsten Länder der Erde zu einem Land mit mittlerem Einkommen entwickelt. Was meinen Sie sind die Gründe für diese politische und wirtschaftliche Stabilität?

In Botsuana ist Demokratie Teil unserer DNA, unserer Kultur und unserer Tradition. Historisch wichtige Themen in der Gemeinde wurden immer offen diskutiert durch die „Kgotla“, unser traditionelles Forum für Beratung. In diesem Forum erlauben wir jedem – unabhängig von seinem Status in der Gesellschaft, Geschlecht oder Religion – etwas zu sagen. Deshalb gehörte Demokratie traditionell schon immer zu unserem Lebenswandel. Das Aufkommen des modernen politischen Systems war also nur eine Ergänzung zu dem, was wir bereits als Gesellschaft praktiziert hatten.

Bei der Unabhängigkeit im Jahr 1966 war Botsuana eines der zehn ärmsten Länder der Welt. Im Jahr der Unabhängigkeit war unser jährliches Pro-Kopf-Einkommen nur 84 US-Dollar, verglichen mit 7700 US-Dollar heute. Ein Jahr nach der Unabhängigkeit entdeckte Botsuana einige Diamantvorkommen und die erste Diamantmine wurde 1971 in Betrieb genommen. Doch die Entdeckung von Diamanten allein hätte das Land nicht zur Stabilität geführt, die wir mittlerweile genießen. Die visionäre Führung unseres Gründungspräsidenten S.E. Sir Seretse Khama sorgte dafür, dass die Einnahmen aus Diamanten genutzt wurden, um das ganze Land zu entwickeln, und nicht nur die Gemeinden, in denen die Diamanten entdeckt wurden. Es ist jedoch auch fair, die enormen Beiträge unserer Freunde der internationalen Gemeinschaft zur Entwicklung von Botsuana anzuerkennen. Deutschland hat viel finanzielle und technische Unterstützung seit Botsuanas Unabhängigkeit geliefert und wir sind sehr dankbar dafür.

Im Herbst 2013 hat Botsuana erstmals eine Botschaft in Berlin eröffnet, seit 2014 sind Sie im Amt. Welches Resümee ziehen Sie für Ihre Tätigkeit in Deutschland und welche Pläne haben Sie für den Rest Ihrer Amtszeit?

Einer der Gründe, warum wir die Botschaft hier im Jahr 2013 eröffnet haben, war unser Wunsch, die Wirtschaft weiter zu diversifizieren. In der Vergangenheit waren die Beziehungen zwischen Botsuana und Deutschland überwiegend auf Regierungsebene mit unserem ansässigen Botschafter wohnhaft in Belgien. Mit der Eröffnung der Botschaft in Berlin war und ist es unser Ziel, die B2B-Beziehungen in Anerkennung der Bedeutung und des enormen Wachstums des deutschen Mittelstandes zu fördern, der eine Schlüsselrolle in der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes spielt. Damit ist Deutschland in Sachen Technik, Forschung und Ingenieurwissenschaften sehr weit fortgeschritten. In den vergangenenJahren war es daher unsere Aufgabe, von der Leistung der deutschen Wirtschaft zu lernen. Wir möchten mit verschiedenen Institutionen und Organisationen zusammenarbeiten, um Unternehmen zu identifizieren, die sich für Botsuana interessieren.

„In Botsuana ist Demokratie Teil unserer DNA, unserer Kultur und unserer Traditionen.“

Botsuana zählt mit 3200 Sonnenstunden im Jahr zu den sonnenreichsten Ländern der Erde. Trotzdem werden erneuerbare Energien noch kaum genutzt. Gibt es Bestrebungen, die erneuerbaren Energien auszubauen?

Derzeit ist Botsuanas wichtigste Energiequelle Kohle. So werden 75 Prozent der Kohle für die Stromerzeugung verwendet. Die Regierung hat im Allgemeinen das Potenzial für die Entwicklung erneuerbarer Energien, insbesondere der Solarenergie, erkannt. Eine Reihe von technischen Studien und Projekten wurde zu den Einspeisetarifen, dem Biomassepotenzial sowie Studien zu konzentrierten solarthermischen Technologien abgeschlossen.

Seit einiger Zeit hat Botsuana die Förderung der solaren Wasser-Heizung durch Solar-Home-Systeme gefördert. Während die meisten dieser Aktivitäten darauf ausgerichtet waren, den Beitrag der erneuerbaren Energien zur Energieversorgungskette zu erhöhen, haben wir dabei einige Defizite in den rechtlichen, institutionellen, regulatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen für die erneuerbaren Energien identifiziert. Deshalb entwickelt das Land jetzt eine Strategie für erneuerbare Energien. Um unser Engagement für die erneuerbaren Energien zu demonstrieren, ist Botsuana der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien beigetreten.

Mit einer der weltweit höchsten Prävalenzen leidet die Bevölkerung sehr stark unter der Infizierung mit HIV. Wie wollen Sie diese Zahlen verringern und mit welchen Programmen wollen Sie den Menschen helfen?

Botsuana war sehr offen und proaktiv in der Anerkennung der HIV-Situation im Land. In diesem Zusammenhang hat der frühere Präsident S.E. F.G. Mogae sehr mutige Schritte unternommen, um die Einnahmen aus den Diamanten zu nutzen, um gegen die weitere Ausbreitung von HIV zu kämpfen. Eines der Flaggschiff-Programme war die Einführung des Programms zur Vermeidung der Mutter- Kind-Übertragung.

Im Juni 2016 startete S.E. Präsident Khama die letzte Kampagne „Treat All“, die alle Bürger behandeln wird, die HIV-positiv sind, unabhängig von ihrer CD4-Zahl. Dies wird neue HIV-Infektionen, die jährlichen AIDS-Sterbeziffern und die Zahl der TB-Fälle erheblich minimieren. Langfristig wird es zur epidemiologischen Kontrolle von HIV bis 2020 führen. Menschen mit HIV können nun die gleiche Lebenserwartung wie die allgemeine Bevölkerung haben und die neuesten Medikamente mit weniger Nebenwirkungen verwenden. Botsuana hat auch die globalen 90-90-90-„Fast Track Targets“ angewandt, die eine schnelle Prüfung, Behandlung und virale Suppression umfassen. Das Ziel ist, dass mindestens 90 Prozent der HIV-Patienten von ihrer Krankheit wissen, 90 Prozent ihren Status bei der Behandlung kennen und 90 Prozent mit viraler Suppression bis 2020 behandelt werden.

Und ja, HIV/AIDS ist nach wie vor ein Problem, aber Botsuana wurde als eines der Länder anerkannt, das im Kampf gegen HIV/ AIDS wirklich gute Arbeit geleistet hat und weiterhin darauf hinarbeitet, die Krankheit vollständig zu beseitigen.

„Botsuana war sehr offen und proaktiv in der Anerkennung der HIV-Situation im Land.“

Die Kultur von Botsuana ist vor allem durch traditionelle Musik, Tanz und Gesang, aber auch etwa durch eine hochentwickelte Kunst des Korbflechtens geprägt. Was macht für Sie die Kultur Botsuanas aus?

Botsuanas Kultur wird durch die Menschen und ihre Lebensweise definiert, basiert auf ihren Werten und Traditionen und wird mit den Menschen identifiziert. In dieser Hinsicht hat Botsuana ein fruchtbares kulturelles Umfeld für die Kreativität unseres Volkes und die Jugend unserer Nation für ihre kulturelle Selbstentfaltung geschaffen. Wir feiern individuell und gemeinsam unsere kulturelle Vielfalt und unseren Reichtum durch verschiedene Aktivitäten wie Kulturfestivals, Gesang und Tanz, traditionelle und zeitgenössische Musik und Kunst. Unser Ziel ist es, unsere Kultur für unseren Stolz und unsere Nationalität zu bewahren und zu fördern.

Die Förderung der Kultur Botsuanas wird durch die Durchführung verschiedener kultureller Veranstaltungen ergänzt, zu denen die nationalen Wettbewerbe gehören. Diese Wettbewerbe bringen die verschiedenen Kulturen zusammen, verbessern den Austausch der Fähigkeiten, fördern den kulturellen Austausch und gipfeln in einer prestigeträchtigen Preisverleihung, bei der der Präsident von Botsuana Preise an die Gewinner der Wettbewerbe verleiht. Andere Veranstaltungen umfassen eine Menge von Aktivitäten in den visuellen und darstellenden Künsten. Das ist es, was die Kultur von Botsuana für mich ausmacht.

Interview Raimon Klein

Bilder: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 = Mohamed El-Sauaf