Editorial »

EUROPA ORIENTIERT SICH NEU
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

lange galt das TTIP zwischen den USA und der EU als eines der wichtigsten Freihandelsabkommen der Welt. Nachdem sich die Vereinigten Staaten unter US-Präsident Trump zunehmend von Europa wegbewegen, rücken neue Partnerschaften in den Blickpunkt. Ein Meilenstein könnte das Japan- EU Free Trade Agreement (JEFTA) sein, das am 17. Juli unterzeichnet wurde. Das Abkommen soll 30 Prozent des Welt-Bruttoinlandsprodukts und 40 Prozent des globalen Handels umfassen. Die skurrilen Auftritte von Trump bei der Queen in London, dem NATO-Gipfel in Brüssel und mit Russlands Präsident Putin in Helsinki haben das Vertrauen der Europäer zu den USA nicht gerade gestärkt.

Zur Neuorientierung gehört auch, dass ein Partner die EU verlässt. Dazu passend stellen wir dieses Mal im Botschafterinterview das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland vor. Das große Thema ist nach wie vor der Brexit. Nachdem Boris Johnson am 9. Juli als Außenminister zurückgetreten war, folgt nun Jeremy Hunt, der zuvor Minister für Kultur, Olympia, Medien und Sport im UK war. Gemeinsam mit Premierministerin Theresa May versucht er nun, sein Land bestmöglich auf den Austritt aus der EU im März 2019 vorzubereiten. Um das absinkende Wirtschaftswachstum der letzten beiden Jahre zu stoppen, sollen nun neue Handelsabkommen geschlossen werden. Im Interview spricht der Botschafter S.E. Sir Sebastian Wood zudem über ein neues Offshore-Windkraftprojekt und die Kultur- und Kreativwirtschaft.

Außerdem stellen wir ein deutsch-russisches Fußballprojekt vor, das während der WM stattfand. Und wir blicken hinter die Kulissen, warum es mit dem zeitnahen Kohleausstieg nicht so recht vorangeht. Darüber hinaus gibt es in dieser Ausgabe einen besonders umfangreichen Eventteil, in dem wir etwa über das Sommerfest der Kanzlerin berichten. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!

Dr. Irene ErnstHerausgeberin und Verlegerin

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