Editorial »

IM ZWEIFEL FÜR DEN ANGEKLAGTEN
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Anfang März wurden der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter in der englischen Stadt Salisbury ins Krankhaus eingeliefert, nachdem sie durch den mutmaßlich aus Russland stammenden Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet worden waren. Als Reaktion darauf wiesen im Anschluss 25 Staaten und die NATO etwa 150 russische Diplomaten aus, Moskau im Gegenzug ebenso viele westliche Diplomaten. Die Frage ist nun, ob diese Entscheidungen nicht übereilt getroffen wurden, solange es noch keinen eindeutigen Beweis für den vorgeworfenen Tatbestand gibt. Der Konflikt zwischen Ost und West ist nun, so oder so, wieder voll entfacht.

Mit Dänemark stellen wir im Botschafterinterview dieses Mal einen Staat vor, der seit Jahrzehnten zu den wirtschaftlich und sozial stabilsten in der Welt gehört. Mit einer nahezu erreichten Vollbeschäftigung und einem Wirtschaftswachstum von knapp zwei Prozent im vergangenen Jahr ist das skandinavische Land weiter auf Kurs. Einer der Erfolgsschlüssel ist dabei auch das Flexicurity-Modell, durch das dänische Unternehmen zu den dynamischsten in der Welt zählen. Darüber hinaus spricht der Botschafter S.E. Friis Arne Petersen über die Integration von Flüchtlingen, die autonomen Gebiete Grönland und Färöer-Inseln, erneuerbare Energien und Bildung.

Im weiteren Verlauf dieser Ausgabe finden Sie erstmals ein Immobilien-Special, das wir ab sofort zweimal im Jahr präsentieren werden. Zudem gibt es einen Beitrag zur aktuellen Protektionismus-Debatte. Und wir blicken auf den Australien-ASEAN-Sondergipfel in Sydney und das Treffen des Weltsozialforums in Brasilien zurück. Abschließend stellen wir die westkanadische Metropole Vancouver vor und erklären, warum diese „Hollywood des Nordens“ genannt wird. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

Dr. Irene ErnstHerausgeberin und Verlegerin

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