Editorial »

Diplomatische Eiszeit bricht an
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
in den vergangenen Wochen schauten wir mit Sorge auf die diplomatischen Entwicklungen in der Welt. Ausschlaggebend sind dafür, wie so oft, die sogenannten Rechtspopulisten. Der mächtigste Vertreter, US-Präsident Donald Trump, sorgt dabei fast jeden Tag für Verwirrung auf Twitter: ein angeblicher Anschlag in Schweden, Abhörvorwürfe an seinen Vorgänger Obama und Hetze gegen Journalisten. Nicht viel besser steht der türkische Präsident Recep Erdoğan da, der seine Minister durch halb Europa schickt, um Stimmung im Wahlkampf zu machen. Das geht aber auf Kosten der Diplomatie und damit auch der Wirtschaft im eigenen Land – die Verstimmungen mit den Niederlanden, Deutschland und Österreich dürften nur der Anfang sein.

Ein Vorbild in Sachen Diplomatie ist dagegen Island. Die Vulkaninsel unterhält sehr gute Beziehungen zu vie-
len Staaten und ist Mitglied in über 80 internationalen Organisationen. Darüber hinaus ist der kleine Inselstaat weltweit führend bei der Gleichberechtigung sowie den erneuerbaren Energien und zählt zu den fortschrittlichsten Gesellschaften der Erde – und das, obwohl das Land 2008 nach der Finanzkrise noch vor dem Abgrund stand. Im Interview berichtet der Botschafter S.E. Martin Eyjólfsson unter anderem über die neue Koalitionsregierung und den Tourismus als Wirtschaftsfaktor.

Im weiteren Verlauf des Heftes haben wir eine Rückschau zur ITB und ein Interview mit dem rumänischen Außenminister Teodor Meleşcanu. Außerdem gibt es einen Bericht zu den Beziehungen der G20 mit Afrika und Sie finden in der Heftmitte auch wieder das aktuelle Botschafterposter. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!
 

Dr. Irene Ernst
Herausgeberin und Verlegerin
Foto N/A